Alles hat ein Ende ...
 

Wusterhausen/Dosse: Gut 6.000 Seelen zählen das Städtchen und die umliegende Gemeinde im nordwestlichen Zipfel Brandenburgs. Direkt am Marktplatz befindet sich der Laden der Fleischerei Ribbe. „Prämierte Cervelatwurst, Stk 6,50 €“, hat jemand mit Kreide auf eine holzumrahmte Tafel geschrieben. Familie Ribbe schlachtet hier in vierter Generation. Seit 1874, so steht es über dem Eingang zum Hof. 

Fleischermeister Klaus Ribbe, Jahrgang 1957, sitzt an der Stirnseite des langen Küchentischs. 7 Uhr: Zeit zum Frühstücken. Auf dem Tisch stehen ein Korb Brötchen und eine Schale Hackepeter. Ehefrau Kerstin gießt ihm eine Tasse Kaffee ein. Über Ribbes Bauch spannt ein gestreiftes Hemd. Als Obermeister von Nord-Brandenburg kennt Ribbe seine Zunft. Wer in der Region noch selber schlachtet? Vier andere Fleischer fallen ihm ein – von insgesamt rund 30 Betrieben. Den anderen sei der Aufwand zu groß, vermutet Ribbe. „Wir mussten nach der Wende auch ganz schön investieren, um den ständig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden“, sagt er und spricht vom neu gebauten Schlachthaus mit Kühltrakt im Hof. Drei Mal die Woche schlachten sie hier für gewöhnlich – montags Schweine, dienstags Wild, donnerstags noch mal Schweine und Rind. Ansonsten alles, was anfällt: Schafe, Ziegen und gelegentlich auch mal ein Pferd.
Das Telefon klingelt, Ribbe hebt ab. Eine ältere Dame aus einem umliegenden Dorf will zwei Mastschweine schlachten lassen. „Die Leute bringen ihre Schweine her und holen sich dann später die Wurst ab“, erklärt Ribbe. Er vereinbart einen Termin für Donnerstagmorgen. Die Tiere sollten dann schon fertig für den Transport sein, ruft er der Dame durch den Hörer zu, nicht dass er die beiden Schweine erst noch einfangen muss.

Wer schlachten will, muss früh aufstehen. Seit 5 Uhr morgens ist Ribbe heute schon unterwegs. Mit dem Viehhänger ging es ins gut 30 Kilometer entfernte Hohennauen im Havelland. Die Agrargenossenschaft dort vertraute ihm fünf Schweine an. Züchter und Schlachter kennen sich. Dann ging es die Bundesstraße 102 zurück nach Wusterhausen – eine Fahrt zur Schlachtbank, wenn man so will.

von Franziska Ritter

Den vollständigen Artikel finden Sie in der zweiten Ausgabe von ZOÓN.