Büffel im Einsatz
Diese Namensgebung zeigt das Selbstbild einer Armee, die sich unbedingt von der Hitler-Truppe absetzen und daher möglichst wenig martialisch, angriffslustig oder aggressiv erscheinen will. Deshalb werden bei der Bundeswehr, anders als bei der Wehrmacht, traditionell solche Tiere als Namenspaten gewählt, die man als listig, geschmeidig, agil oder schlau bezeichnen könnte. Niemand würde heute darauf kommen, einen Panzer wie bei der Wehrmacht „Jagdtiger“ oder „Jagdpanther“ zu nennen. Der Angriffskrieg ist heute tabu.

Nahezu als Symbol für die Bundeswehr könnte der Spürpanzer „Fuchs“ gelten. Jahrzehntelang war das heißbegehrte Gerät typisch für die deutsche Außenpolitik vor Afghanistan: Bei Bedarf wurde der „Fuchs“ an den Rand von Kriegsgebieten geschickt, aber aus den Kampfhandlungen herausgehalten. Der „Fuchs“ symbolisiert das deutsche Selbstbild ideal: defensiv, trotzdem hochtechnisch und dazu, wie könnte es anders sein für deutsche Ingenieurskunst, ein Exportschlager. Der Panzer ist zum Aufspüren chemischer und biologischer Waffen gebaut und versprüht den Charme eines fahrenden Labors, in dessen Innerem man eher Männer in weißen Kitteln statt in Kampfanzügen vermuten würde. Die hinten heraushängende Gummihand (zum Einsammeln kontaminierter Proben) lässt den Eindruck entstehen, als winke da ein Viehdoktor mit einem Untersuchungshandschuh aus dem Heck. Eine gepanzerte Version der alten Bundesrepublik.

von Jost Kaiser

Den vollständigen Artikel finden Sie in der zweiten Ausgabe von ZOÓN.